Kurzmitteilung

Georg-Schwarz-Straßen-Fest

Viele Wege führen in die Georg-Schwarz-Straße

Ding, Dong, liebe Freunde der Georg-Schwarz-Straße. Am 4. Mai findet ab 10 Uhr zum 4. Mal das Georg-Schwarz-Straßen-Fest statt. Karen und ich werden an diesem Tag auch da sein. Als rasende Reporter, mit der Kamera und dem „Diktator“ im Anschlag… Überlegt euch also schon mal eure drei Worte für die Georg-Schwarz-Straße!!!

Bis bald in unserer Lieblingsstraße!!!

Infos zum Fest: https://www.facebook.com/events/136146986549129/?fref=ts

(Foto: Karen Lemme/ Text: Helena Mohr)

„Das Problem sind nicht die Fische, sondern das Wasser!“

Bella ItaliaVorwort: Die Fotos entstanden am 11.04.2013. An diesem Tag wartete ich vor dem Bistro Amico auf Karen, meine Fotografin. Ein Junge kam mit seiner Mutter heraus, in der Hand hielt er zwei Becher Eis. „Mama, da gibts Eis im Brötchen!“, rief er und blieb stehen. Entnervt schubste sie ihn weiter und sagte: „Was? Ich esse doch kein Eis im Brötchen!“ „Hm, wenn die wüsste…“, dachte ich mir.

Bei Giuseppe ging es an diesem Donnerstag zu wie im Taubenschlag. Wir trafen sogar auf zwei echte Italiener, die am liebsten ihren eigenen Blog gehabt und uns dafür vom Fleck weg engagiert hätten. Aber wir bleiben unserer Georg-Schwarz-Straße treu!!!

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Amico Kurz vor 14 Uhr betrete ich das Bistro Amico in der Georg-Schwarz-Straße, Ecke Wielandstraße. Giuseppe, der Besitzer steht hinter der Theke. „Hallo, wie geht’s?“, begrüßt er mich freundlich. „Gut, und dir? Darf ich überhaupt du sagen?“, antworte ich. Er nickt und streckt mir zur Begrüßung den Arm entgegen. Seine Hände sind noch voller Mehl vom Pizza machen. Wir gehen die Treppe nach oben und setzen uns an einen Tisch am Fenster. Giuseppe erweist sich als hervorragender Gastgeber. „Willst du etwas trinken? Kaffee, Cappuccino?“ Während ich den Diktator (mein Diktiergerät) präpariere, macht Giuseppe mir unten Kaffee. Im Hintergrund läuft italienische Musik. Sonst sind keine Gäste da. „Abends ist mehr zu tun“, erzählt er mir später.

Der Meister der PizzaAuch über Ostern hat er geöffnet. Karfreitag, Ostersonntag, Ostermontag. „Ja, Gastronomie ist so“, erwidert er achselzuckend. Nur dienstags ist Ruhetag. Ich erzähle ihm, dass ich am Dienstag hier vor verschlossener Türe stand. Er lacht. „Ja, einen Tag brauche ich frei. Aber, das ist nicht festgelegt. Ich probiere das erst mal so.“ Seit Juli 2012 gibt es sein Bistro nun schon. Anfangs nur mit Eis, seit Januar bietet Giuseppe auch Pizza an. Sein Geschäft läuft immer besser. „Februar war besser als Januar, der März jetzt ist besser als Februar.“ „Und was wird mehr angenommen, Pizza oder Eis?“, will ich wissen. „Im Moment Pizza, aber ich denke, das mit dem Eis wird auch. Eiszeit ist ja nur im Sommer. Pizza geht das ganze Jahr“, antwortet er.

Ich rühre in meinem Kaffee und frage ihn nach der großen Plastik-Pizza, die draußen neben der Eingangstüre hängt. „Die ist neu, oder?“ „Ja, die habe ich von Italien geholt“, erzählt er. Ursprünglich komm Giuseppe aus Italien. Aus Sizilien, um genau zu sein. Er ist seit über zehn Jahren in Deutschland. „Früher habe ich in Düsseldorf gearbeitet, bzw. in Mönchengladbach bei Düsseldorf. Dann war ich in Grimma und seit fünf, sechs Jahren bin ich hier in Leipzig.“ Giuseppe mag Leipzig. „Eine schöne Stadt. Eine ruhige Stadt“, sagt er.

In Sizilien wurde es ihm als junger Bursche irgendwann langweilig. „Ich war 19, 20 Jahre alt und dann habe ich angefangen, erst mal in Norditalien und dann in Deutschland zu arbeiten.“ „Dann bist du jetzt also 30!“, rechne ich laut. „Nee, 37“, korrigiert er mich. „Zwischenzeitlich war ich dann auch mal wieder in Italien und habe da in verschiedenen Restaurants gearbeitet.“  „Ist das dein erstes eigenes Restaurant?“, will ich wissen. „Ja… Äh, nein, entschuldige, ich habe in Grimma auch eines gehabt. Mit meinem Bruder zusammen. Neun Monate lang“, erzählt er weiter. Als der Bruder aber wieder nach Italien zurückging, konnte Giuseppe das Restaurant nicht mehr halten. Er hat insgesamt noch vier Brüder. „Wow, kein Mädchen dabei?“, frage ich erstaunt. „Nee, nur meine Mama“, grinst Giuseppe. Einer seiner Brüder hat eine Pizzeria in Norditalien, in Parma. Der zweite arbeitet in der Schweiz und die beiden anderen sind noch in Sizilien. Wann immer es ihm möglich ist, versucht er, seine Familie zu besuchen.

Erst kommt der Laden„Hast du überhaupt schon mal Urlaub gemacht, seit der Eröffnung?“, hake ich nach. „Nee, jetzt nicht. Das geht schwer. Ich bin ganz neu hier.“ Giuseppe müsste dann erst jemanden finden, der den Laden macht. Zurzeit stemmt er das hier alles allein. Später will er vielleicht mal jemanden einstellen, der bedient oder so. Wenn Giuseppe frei hat, versucht er abzuschalten und tut Dinge, die ihm Spaß machen. Kino oder auch selbst mal ins Restaurant gehen und sich bekochen lassen. „Aber manchmal habe ich etwas zu tun. Das ist wichtig. Erst kommt der Laden und dann meine Freizeit!“, sagt er bestimmt.

 

Laut knisternd öffne ich die Verpackung von meinem zum Kaffee servierten Keks. „Und das Essen machst du alles selber hier?“, frage ich. „Das mache ich alles selber. Tiramisu, Panna Cotta.“ Er zeigt auf die Dessert-Spalte in seiner Karte. Ich lese weiter. „Pro Fiteroles, Sizilianische Cassata…“ „Ja, das sind wie Eistorten im Prinzip. Eine Spezialität aus Sizilien. Und dann mache ich auch verschiedene Kuchen, aber nicht immer“, erklärt er.

Pizza ist eine italienische KulturGiuseppe ist gelernter Koch. „Und wir Deutsche stehen auf italienisches Essen, weil es eben einfach gut schmeckt!“, rufe ich begeistert. „Auch deutsches Essen ist gut. Jeder hat seine Spezialitäten. Aber, was ich will, ist eine traditionelle Pizzeria wie in Italien“, entgegnet er ruhig. Er könnte sich vorstellen, in Zukunft auch noch Lasagne und Nudeln anzubieten. „Im Prinzip gibt es die Standardpizzen, die es auch in Italien gibt!“, sagt Giuseppe. Einen Schritt nach dem anderen ist sein Motto. „Und hast du dir mal überlegt, was mit Lieferservice zu machen?“, drängele ich. „Ja, habe ich, aber da muss man ja auch Werbung machen. Ich mache lieber wenige Dinge und dafür gut!“, belehrt er mich. „Ich kann hier alles reinschreiben.“ Er hält die Speisekarte hoch. „Asiatisch, Mexikanisch. Aber Pizza ist eine richtig italienische Kultur.“ Giuseppe hält nichts davon, 100 verschiedene Sorten Pizza anzubieten. Auch beim Eis bleibt er lieber bei den Basis-Sorten. Schokolade, Vanille, Erdbeere oder Haselnuss gehören für ihn in seine Eisvitrine. Das mögen die meisten Leute eh am liebsten. „Fantasie ja, aber keine Perversion!“, lacht er. „Auch bei Pizza kann man alles draufmachen, aber das bedeutet nicht, dass alles passt. Viele spielen mit Pizza. Man soll sie essen und nicht damit spielen.“ Die Basis Giuseppe steht auf und geht zu den getrockneten Oregano-Zweigen, die oberhalb des Pizzaofens in einer Vase stehen. Er zupft ein wenig davon ab und streut es mir in die Hand. Ich schnuppere hinein. „Ach, das riecht ganz fantastisch!“, quietsche ich. Wie einen wertvollen Schatz bewahre ich den Oregano noch eine Weile in meiner Hand auf, dann brösele ich ihn in die leere Kaffeetasse.

Typisch Italien

 

Sofort fragt Giuseppe mich: „Noch einen Kaffee? Oder was anderes?“ Ich entscheide mich für ein Wasser. Als er zurückkommt, zeige ich auf die Glasflaschen, die auf dem Tisch stehen. Auch das ist typisch italienisch – Wasser zum Essen. Weil er Wert auf Originalität legt, serviert er die Pizzen auch noch ganz traditionell auf einer Holzplatte. Seine Produkte stammen alle original aus Italien. Für Giuseppe ist Qualität wichtig. Und das wissen auch seine Kunden zu schätzen und kommen gerne wieder. Mittlerweile hat er schon einige Stammgäste. Die Kinder der benachbarten Schule sind große Eis-Fans und auch die Mitglieder des Tischtennisvereins um die Ecke schauen regelmäßig vorbei.

„Und wie findest du die Leute hier in der Georg-Schwarz-Straße?“, frage ich. „Ja, die sind nett!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Auch, dass er Italiener ist, stellt hier kein Problem dar. „Na ja, die denken sicher alle, dass du von der Mafia bist und haben deshalb Angst vor dir!“, scherze ich. Er lacht und schüttelt den Kopf. Auf die Frage, ob er es hier gefährlich findet, schaut Giuseppe mich erstaunt an. „Wo? Hier? Nee, bis jetzt nicht“, sagt er. Er findet, die Georg-Schwarz-Straße hat sich schon mächtig entwickelt. „Ich habe mal gehört, dass es früher eine gute Straße war. Und ich bin da optimistisch, was die Zukunft angeht!“, entgegnet er freudig.

Ich bin glücklichFrüher hat er in der Erich-Köhn-Straße gewohnt. „Und dann habe ich gehört, dass die in der Georg-Schwarz-Straße von der Stadt was machen.“ Vorher war das ein Laden, in dem Softeis zum Mitnehmen verkauft wurde. „Ich wollte immer so was, einen kleinen Laden. Mit wenigen Tischen. Dafür mehr Qualität anbieten“, schwärmt er. „Ich denke mir, nicht alle Restaurants sind im Zentrum. Und außerdem wollte ich auch meinen Teil zur Verbesserung der Straße beitragen“, fügt er hinzu. „Und bist du glücklich mit dem Laden hier?“, frage ich. „Ja!“, antwortet er ohne zu zögern und lächelt. „Ich tue mein Bestes!“ Finanzielle Hilfe hat er jedoch keine in Anspruch genommen. „Nee, das kommt alles von mir!“

Das Amico ist, bis auf Dienstag, jeden Tag von 12.45 Uhr bis 22.00 Uhr geöffnet. „Das ist eine lustige Uhrzeit, 12.45 Uhr“, sage ich. „Deswegen habe ich es auch gemacht!“, grinst er. Ich finde, man kann es sich auf jeden Fall gut merken. „Und ich bin pünktlich um 12.45 Uhr mit allem fertig!“, erklärt er. „Vorbereitung ist wichtig!“, betont Giuseppe. Und wenn möglich, würde er sogar gerne bis 24 Uhr öffnen. „Für das Geschäft mit der Pizza ist das besser.“

Ein bisschen rustikalUm die Inneneinrichtung hat Giuseppe sich selbst gekümmert. Er zeigt auf die terrakottafarbene Wand. „Das habe ich selbst gemacht.“ Nun deutet er auf das Bild gegenüber der Eingangstür. „Aber das war schon da.“ Wie, als stünde man auf einem weißen Balkon, zeigt die Wandmalerei den Blick aufs Meer. „Ach, ein bisschen Meer in der Georg-Schwarz-Straße…“, seufze ich. „Ich wollte es ein bisschen rustikal“, sagt er und lässt seinen Blick durch seinen Laden schweifen. Er weist mich auf eine rote Waage hin. „Sechziger Jahre!“, sagt Giuseppe stolz. „Und das Brot, das da drauf liegt? Auch Sechziger Jahre?“, scherze ich. Er lacht und zeigt auf eine Pizza, die neben mir an der Wand hängt. „Das ist richtiger Teig. Das soll mal eine Pizza-Uhr werden.“

Italienische Qualität„Und, ist Eis machen kompliziert?“, erkundige ich mich. „Na ja, nicht kompliziert, aber man braucht die richtige Qualität bei den Produkten“, antwortet er. Das Eis bekommt Giuseppe von einem Freund geliefert. Dieser hat ein italienisches Café in der Stadt. „Im Moment habe ich sieben Sorten.“ Zum Sommer hin wird es dann mehr Auswahl geben. „Gibt es in Leipzig eigentlich viele Italiener?“, frage ich. Nicht so viele wie in anderen Städten, erzählt er mir. „Ich erinnere mich. In Düsseldorf damals waren wir viele Sizilianer.“ Sein Chef dort war auch Sizilianer. „Von ihm habe ich viel gelernt.“ Die Arbeit im Eiscafé hat ihm viel Spaß gemacht. Auch, wenn oft von Februar bis Oktober durchgearbeitet wurde. Nun ist er aber froh, sein eigenes Ding machen zu können. „Wenn man lange in der Gastronomie gearbeitet hat, dann ist es irgendwie immer dein Ziel, mal etwas selbstständig zu machen.“

Ab und zu siezt mich Giuseppe aus Versehen. „War es schwer für dich, Deutsch zu lernen?“, frage ich ihn. „Nee, nicht schwer. Aber, rede ich gut Deutsch?“, fragt er mich. „Ja, total! Und wir Deutschen finden doch den Italienischen Akzent so toll!“, entgegne ich lachend. „Deutsch ist zwar eine schwierige Sprache, aber eine schöne Sprache. Manchmal bin ich noch ein bisschen unsicher!“, gibt er zu.

Little Italy„Ist es in Deutschland denn schwierig, sich selbstständig zu machen?“, erkundige ich mich. Giuseppe lacht. „Na ja, nicht so schwierig wie in Italien. Da dauert es zehn Jahre, bis du einen Laden aufmachst“, fügt er augenzwinkernd hinzu. Ich spiele auf die aktuelle Lage Italiens an. Er zuckt mit den Schultern. „Wie ich immer sage: Die Probleme in Italien, das sind nicht die Fische, das ist das Wasser. Berlusconi ist nicht DAS Problem von Italien.“ „Die Probleme gibt’s schon länger. Jetzt, in der EU, haben sie eben nur alles in einen Topf geschmissen!“, merke ich an. Giuseppe bringt ein passendes Beispiel: „Es ist so, als würdest du ein Kind von 3 Jahren, ein Kind von 10, eines von 18 und zwei Erwachsene von 35 und 70 einfach zusammen sperren.“ Und ich ergänze: „Und dann sagt man zu ihnen: So, jetzt spielt miteinander und vertragt euch gut.“ Er lacht und lehnt sich zurück. „Das dauert lange, die Kulturen sind eben verschieden.“

Ich war erst einmal in Italien. „Stimmen denn die Klischees, von wegen, alle Italiener wären unpünktlich?“, frage ich. „Norditaliener sind auch pünktlich. Die in Süditalien nicht“, klärt er mich auf.  Im Moment möchte Giuseppe nicht zurück nach Sizilien. „Nur für einen Besuch. Aber, ich fahre mit dem Zug, weil ich Angst vorm Fliegen habe.“ Die Reise dauert fast 2 Tage. Mit dem Flugzeug wären es nur zwei Stunden. „Aber, im Flugzeug, da sind so viele Kabel und wenn dann eines…“ Ich winke ab. „So genau will ich das gar nicht wissen!“, rufe ich. „Sizilien ist schön, oder?“, frage ich. Er nickt. Ich schlage meinen Timer auf und versuche, Italien detailgetreu aufzumalen. Der Stiefel sieht er aus wie ein Klumpfuß, aber Giuseppe ist gnädig mit mir und malt geduldig die Insel Sizilien neben mein unförmiges Gebilde. „Kalabrien und dann kommt Sizilien. So ungefähr eine halbe Stunde mit dem Schiff“, gibt er mir Nachhilfe in Geographie.

Amico heißt FreundAmico heißt Freund, oder?“, sage ich ein wenig gönnerhaft. Er nickt. „Und Amica heißt Freundin“, feuert er zurück. „Das finde ich gut, weil der Name kurz ist. Das können die Leute sich gut merken.“ Zusammen mit seiner Freundin hat er den Namen für sein Bistro ausgesucht. Sie kommt aus Deutschland und ist selbst großer Italien-Fan. „Sie liebt auch die Sonne“, sagt er. Von Sizilien war sie hellauf begeistert. Bei dem Gedanken an Italien schweife ich ab und träume vom Meer und warmen Temperaturen. „Ach, da ist es jetzt auch schlechtes Wetter. Vielleicht nicht ganz so kalt, aber Regen und Wind“, holt mich Giuseppe wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Ich horche auf. „Das ist doch Eros Ramazotti, oder?“ Meine Augen beginnen zu leuchten. Er verzieht das Gesicht. „Das? Nee, das ist Edoardo Bennato.“ Ich oute mich als großer Eros-Fan. „Der ist in Deutschland sehr bekannt. Ich finde ja Adriano Celentano besser“, grinst er.

WeltenbürgerZum Schluss frage ich ihn, ob er sich denn mehr als Deutscher, Italiener oder gar Europäer fühlt. „Ich fühle mich als von dieser Welt. Weltenbürger!“, sagt er entschieden. Mit der deutschen Mentalität kommt Giuseppe gut zurecht. „Ich finde außerdem nicht, dass die Leute hier zu mir, sondern ich zu den Leuten hier passen muss.“ Immer wieder während des Gesprächs betont er, wie zufrieden er hier ist. „Es gibt überall komische Leute, aber vielleicht haben die Menschen hier sogar etwas mehr Herz als anderswo“, fügt er zufrieden hinzu.

Wir bringen gemeinsam das Geschirr nach unten. Beim Hinausgehen fällt mir ein Bild auf. „Was ist das?“, frage ich. „Das ist Eis-Brioche“, sagt Giuseppe. Ich schaue ihn fragend an. Er reicht mir ein vakuumverpacktes Brioche. „Das schneidet man dann auf und macht Eis rein. Willst du das gleich mal ausprobieren?“ Ich freue mich wie ein kleines Kind. Ähnlich wie bei einem Döner schneidet er erst das Brioche auf und befüllt es dann mit Joghurt- und Waldmeister-Eis. Genussvoll mampfe ich es vor seinen Augen. „Glaubst du, dass sich so was verkauft?“, will er von mir wissen. „Wieso nicht?“, überlege ich und beiße ab. „Viele meiner Freunde mögen keine Waffel. Ganz ohne ist das Eis dann aber doch etwas fad.“ „Bis bald!“, rufe ich bei der Verabschiedung. „Arrivederci heißt das auf Italienisch!“, lacht Giuseppe und ich hüpfe hinaus auf den Gehweg.

(Fotos: Karen Lemme/ Text: Helena Mohr)