Eis-Brioche

ImageUiuiui, heute überschlagen sich die Ereignisse. Ich komme gerade vom Interview mit Giuseppe, dem Inhaber von Amico. Habt ihr schon mal Eis-Brioche probiert? Das ist wie Döner. Nur mit Brioche anstatt Fladenbrot. Und mit Eis anstatt Fleisch und Gemüse. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr bald. Und als Beweis habe ich mit meiner uralten Handy-Kamera (Danke Karen, dass es dich gibt!) ein Foto gemacht…

Äh, das Grüne ist KEIN Salat, das ist Waldmeister-Eis! Lecker, lecker!

(Foto+Text: Helena Mohr)

Dolce Vita in der Georg-Schwarz-Straße

Georg-Schwarz-StraßeEs ist ein sonniger Tag im März. Ich mache mich auf in Richtung Georg-Schwarz-Straße, um einen neuen Blog-Interview-Partner zu finden. Auf dem Straßenschild an der Merseburger Straße hat jemand das rote Kreuz ( für das Diakonissenkrankenhaus) durchgestrichen. In roter Farbe steht jetzt da: No Nazis. Gedankenverloren starre ich auf die krakelige Schrift. Ich werde unsanft aus den Gedanken gerissen, als ein Auto nur wenige Meter vor meinen Füßen rasant abbiegt. Der kleine Schuljunge neben mir und ich schauen uns entsetzt an. Er rückt seine Brille zurecht und sagt empört: „Wir haben Grün und der ist trotzdem gefahren!“ Ich nicke und gehe schnell weiter. Durch die Georg-Schwarz-Straße pfeift ein eisiger Wind. Ich versuche, solange wie möglich auf der Sonnenseite weiterzugehen. Vor mir läuft ein alter Bekannter. Er bleibt kurz stehen, um sein Bier aufzumachen, dreht sich um und lässt mich vorbei. Vor der Party-Post sind zwei Hunde angebunden und bellen um die Wette. Es ist kurz nach halb zwei als ich die Post betrete. An der Kasse neben mir kauft sich jemand einen Jim Beam-Cola aus der Dose.

Als ich bei Amico, dem italienischen Bistro direkt neben der Haltestelle Wielandstraße ankomme, bin ich völlig zerzaust. Ich ordne mein vom Winde verwehtes Haar, atme dreimal tief durch und will voller Elan hinein gehen. Lächelnd drücke, man könnte auch sagen, springe ich an die Tür. Es tut sich nix. Mit fragendem Gesicht schaue ich auf die Öffnungszeiten an der Eingangstür. Dienstag: Ruhetag. Stimmt, da war ja was. Mir entfährt ein lautes „Oh nein!“. Ich glaube, keiner hat meine An-die-Tür-spring-Aktion gesehen. Während ich auf die nächste Tram warte, fällt mir das große Stück Plastik-Pizza auf, das links neben der Tür hängt. Inspiriert fürs Mittagessen verlasse ich die Georg-Schwarz-Straße. Aber nur, um am nächsten Tag wiederzukommen.

Auch am nächsten Tag pfeift ein kalter Wind durch die Georg-Schwarz-Straße. Gegenüber vom kunZ von kaufungen hält ein weißer Transporter. Ein Mann mit einer braunen Plüschwildschwein-Mütze lädt ein Paket aus. Die Plüschwildschein-Beine hängen an der Seite als Ohrwärmer herunter. Gerade beneide ich ihn ein bisschen um sein Schwein. Flotten Schrittes steuere ich auf die Amico-Plastik-Pizza zu. Auf der gegenüberliegenden Seite streiten sich zwei etwas abgerissen aussehende Herren. Sie tragen zu dünne Klamotten, dafür aber eine Discounter-Plastiktüte. „Was, du hast schon wieder kein Feuerzeug? Wie kann das sein?!“, schimpft der eine im breiten Sächsisch. Der andere trottet kleinlaut hinterher.

Vor Amico vergewissere ich mich, dass tatsächlich geöffnet ist. Das Licht brennt. Ich lehne mich zaghaft gegen die Tür. Im Bistro ist niemand. Wenige Augenblicke später kommt Giuseppe, der Inhaber, die Treppe herunter. Ich erkläre ihm, was ich vorhabe. Er schaut etwas ungläubig. Ich lege ihm den Zettel, auf dem ich die Blog-Internet-Adresse mit rotem Filzstift aufgeschrieben habe, auf die Eisbar. Das Blatt Papier saust das Glas hinunter. „Nein, nicht ins Eis!“, rufe ich erschrocken. Er lacht und sagt: „Ja, morgen kannst du kommen.“ Ich verabschiede mich und träume an der Haltestelle bereits von Stracciatella-Eis, Cappuccino, Limoncello und Tiramisu.

GSS2Dieses „morgen“ ist übrigens schon heute und so mache ich mich bald auf den Weg in die Georg-Schwarz-Straße zu Giuseppe und seinem Bistro Amico. Freut euch mit mir auf das nächste Interview!

Ach ja, und wenn ihr mal etwas mehr über die Frau herausfinden wollt, die in der Georg-Schwarz-Straße auch mal gegen verschlossene Türen läuft, dann schaut doch mal in die April-Ausgabe der fantastischen Stadtteilzeitung 3Viertel…  

(Fotos: Karen Lemme/ Text: Helena Mohr)